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Religionen, Mythen, Märchen... Sie dienen dem Menschen, das Unerklärliche zu verstehen, mit einfachen Motiven, mit Worten, für alle gesellschaftlichen Schichten, egal welcher Herkunft, egal welcher Sprache. Prinzipiell folgen sie alle der gleichen Sache, denn die Fragen der Menschen sind überall dieselben. So könnte man glauben! Doch kulturell bedingt haben sich unterschiedliche Symbole, Geschichten, Figuren herausgebildet. Religionen. Konfessionen. Viele Auseinandersetzungen und Konflikte werden damit begründet. Energie wird oftmals verschwendet, weil die Menschen sich mit unterschiedlichen Symbolen identifizieren. Eine universelle Sprache wird also benötigt, die die Fragen der Menschen nach der Bedeutung des Seins beantwortet, ohne dogmatisch und ausgrenzend zu wirken.
Sofie Arfwidson, die schwedische Künstlerin aus Lund, ist mit ihren Arbeiten einer solchen Symbolsprache, einer Motivwelt kulturunabhängiger Gültigkeit auf der Spur. Ihren Bildern liegen mythische Begebenheiten und Fabelwesen zu Grunde, die sie in reale Situationen transportiert. Was entsteht sind skurrile Figuren, unangenehme Fratzen, Bildsequenzen. Diese muss der Betrachter dann mit seiner ganz eigenen Lebensgeschichte in Verbindung bringen. Ein Film entsteht, der für den ungewohnten Blick Beklemmungen hervorruft, zwischen Thrill und Schockzustand. Sofie Arfwidson spielt mit ihrem Unterbewusstsein und dem ihres Gegenübers. Sie sucht den Schlüssel zu einer Universalsymbolik der Emotionen, mehrdimensional und hochkomplex, sie versucht das Verborgene aus dem Innern zu zerren. Gefühlswelten flackern im Licht, unruhig, aber immer direkt. Ohne Kompromiss!
Dr. Sascha Peters