Simone Kraft: "Blaukäppchen + die rote Frau: Sofie Arfwidson in Berlin" auf Art and Events, 31. Mai 2009
Nach dem Rotkäppchen kommt das Blaukäppchen nach Berlin: Der Berliner NonProfit Project Space Grünerhund im Prenzlauer Berg zeigt in der Ausstellung "Bläukäppchen und die rote Frau" Arbeiten von Sofie Arfwidson (23.05.2009 - 05.06.2009).
Seit Herbst 2008 gibt es den Projektraum in Berlin, den Andrea Hildebrandt als Ort für aktuelle junge Kunst initiiert hat. In der Nähe von Park Friedrichshain präsentiert die junge Künstlerin neben eigenen Arbeiten immer wieder Werke von anderen Berliner Künstlern und Künstlerinnen. Gezeigt wird eine sorgfältige Auswahl von nationalen und internationalen Künstlern, die eine eigene Bildsprache entwickeln und starke Themen behandeln. Ein besonderer Fokus liegt auf Malerei und Zeichnung.

Die aktuelle Ausstellung der Schwedin Sofie Arfwidson (*1976), die in Berlin lebt und arbeitet, zeigt Malereien und ein Objekt der Künstlerin. Arfwidson hat an der Kunstakademie Düsseldorf bei Jörg Immendorff studiert und war Meisterschülerin an der UdK Berlin. In ihren Arbeiten spürt sie der Motivwelt der Märchen und Sagen, der Legenden und Religionen nach. Ihren Bildern liegen mythische Begebenheiten und Fabelwesen zu Grunde, die sie in reale Situationen überträgt. Es entstehen skurille Figuren, unangenehme Fratzen, verschwommene Gestalten.
Die Geschichten aus Mythen und Märchen ebenso wie die Erzählungen in den Religionen helfen den Menschen, das Unerklärliche zu verstehen. Mit einfachen Motiven und Worten, die für alle gleich welcher Herkunft verständlich waren und sind, folgen sie im Prinzip alle dem gleichen Muster. Sie unterschieden sich jedoch in den verwendeten Symbolen und Figuren, die sich in den verschiedenen Kulturen herausgebildet haben. Diese verfestigen sich, dogmatische Erzählungen, Überzeugungen und Konfessionen bilden sich aus. Die eigenen Geschichten fordern Vorrang ein und grenzen andere aus. Konflikte entstehen.
Arfwidson reagiert auf diese Beobachtungen. Sie versucht, iIn ihren Arbeiten zu einer universellen Symbolsprache zu finden, die unabhängig von kulturellen Grenzen funktioniert. Ihre Bilder entwerfen komplexe Szenarien, die sich vor dem Betrachters wie Filmsequenzen entfalten und ihn emotional ansprechen wollen. Sie schwenken zwischen Faszination und Beklemmung, zwischen Thrill und Erschrecken. Die Künstlerin spielt mit dem Unterbewusstsein und versucht, das Verborgene aus dem Inneren zu entlocken.